Kann eine chronisch entzündliche Darmerkrankung tödlich sein?

Die entzündliche Darmerkrankung (IBD) – Morbus Crohn und Colitis ulcerosa – ist ein chronischer, lebenslanger Zustand. In vielen Fällen lassen sich IBD und ihre Komplikationen durch medikamentöse und chirurgische Behandlungen in den Griff bekommen. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa werden im Allgemeinen nicht als tödlich betrachtet. Das bedeutet jedoch nicht, dass Menschen mit IBD nie an den mit IBD zusammenhängenden Ursachen sterben, es bedeutet nur, dass sie nicht häufig auftreten.

Obwohl dies ein beängstigendes Thema ist, darf nicht vergessen werden, dass sich die Behandlung von IBD ständig verbessert. Das Stoppen der Entzündung und die Verhinderung von Schüben ist das letztendliche Ziel bei der Behandlung von IBD und kann dazu beitragen, Komplikationen zu verhindern. Auch die Einhaltung regelmässiger Arzttermine und die Behandlung von Gesundheitsproblemen, die auftreten – auch wenn sie scheinbar nichts mit der IBD zu tun haben -, ist ein wichtiger Bestandteil, um so gesund wie möglich zu bleiben.

Common Symptoms of IBD

IBD und ein erhöhtes Sterberisiko

Menschen mit IBD haben ein höheres Sterberisiko als die Allgemeinbevölkerung (Menschen, die keine IBD haben). Dies ist vielleicht nicht überraschend, aber es kann ein wenig verwirrend sein. Es gibt sehr viele Gründe, warum jemand mit IBD sterben kann: Komplikationen nach einer Operation, eine Reaktion auf das Medikament, die Entwicklung einer schweren verwandten Erkrankung (wie z.B. eine Lebererkrankung oder ein toxisches Megakolon) oder eine völlig unverbundene Erkrankung. In einigen Fällen ist es nicht bekannt, ob die IBD einer Person tatsächlich zu ihrem Tod beigetragen hat oder nicht.

Was die Forschung sagt

Es hat mehrere Studien gegeben, die sich mit der Todesursache bei Menschen mit IBD befasst haben. Eine Studie mit 692 Patienten in Minnesota ergab, dass die allgemeine Lebenserwartung von Menschen mit IBD „ähnlich“ war wie die von Menschen ohne IBD. Bei Menschen mit Morbus Crohn war die Todesursache bei Magen-Darm-Erkrankungen und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) häufiger als in der allgemeinen Öffentlichkeit. Die Autoren betonen, dass es für Menschen mit Morbus Crohn entscheidend ist, mit dem Rauchen aufzuhören, um ernsthafte Komplikationen zu vermeiden.

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Bei Menschen mit Colitis ulcerosa gab es tatsächlich einen Rückgang der Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Autoren erklären, dass dies auf eine geringe Inzidenz des Rauchens bei Patienten mit Colitis ulcerosa und niedrige Natrium- und Wasserwerte im Körper aufgrund einer Ileostomie oder einer ausgedehnten Colitis zurückzuführen sein könnte.

Eine zweite Studie in England zeigte, dass die meisten Todesfälle im ersten Jahr nach der Diagnose auftraten, wobei die meisten dieser Todesfälle jedoch nicht auf IBD, sondern auf eine andere Ursache zurückzuführen waren. Ein schweres erstes Wiederaufflammen des Morbus Crohn im Dickdarm oder im perianalen Bereich war ebenfalls mit einer erhöhten Mortalität korreliert. Die Autoren weisen auch darauf hin, dass ältere Patienten, bei denen erst kürzlich IBD diagnostiziert wurde, möglicherweise ein erhöhtes Sterberisiko haben.

In einer großen Studie aus Manitoba wurde festgestellt, dass Menschen mit IBD insbesondere nach einer Operation und im ersten Jahr nach der Diagnose ein erhöhtes Sterberisiko haben.

Insgesamt handelt es sich bei IBD in der Regel nicht um tödliche Zustände, aber um schwere Krankheiten. Obwohl der Tod durch IBD selten ist, ist es dennoch wichtig, eine Behandlung zu suchen und einen insgesamt gesunden Lebensstil zu entwickeln. Menschen, die mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa leben, sind besonders anfällig für Komplikationen, und das erste Jahr nach der Diagnose und das Jahr nach der Operation sind anfällige Zeiten. Dies sind zwar ernüchternde Informationen, aber die gute Nachricht ist, dass sich die chirurgischen Techniken und Behandlungen von IBD ständig verbessern. Menschen mit IBD, die über ihre Lebenserwartung besorgt sind, sollten mit ihrem Gastroenterologen darüber sprechen, wie das Risiko von Komplikationen durch regelmäßige Betreuung und Vorsorgeuntersuchungen verringert werden kann.

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Ist die entzündliche Darmerkrankung heilbar?

Artikel-Quellen

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