Visuelles Schneesyndrom: Symptome, Ursachen, Diagnose und Behandlung

Das visuelle Schneesyndrom ist eine einzigartige Erkrankung, bei der Sie eine anhaltende Sehstörung haben, in der Regel eine kontinuierliche, flimmernde, winzige Punkte, „Schnee“ oder „statische“ Störung in Ihrem gesamten Gesichtsfeld (ähnlich dem, was Sie sehen könnten, wenn Sie einen alten Fernseher anschauen). Diese Punkte sind normalerweise schwarz-weiß, aber sie können blinken, farbig oder sogar transparent sein. Obwohl dieses Syndrom früher einmal für eine Form der Migräne gehalten wurde, unterstützt die wissenschaftliche Forschung dieses Syndrom als eine einzigartige, eigenständige Krankheit.

Niemand weiß, wie viele Menschen vom visuellen Schneesyndrom betroffen sind, da es sich um eine ziemlich neue Diagnose handelt, aber es scheint ziemlich ungewöhnlich zu sein, da weltweit nur etwa 200 Fälle dokumentiert sind.

Symptome

Die meisten Menschen mit visuellem Schneesyndrom sehen diese winzigen Punkte die ganze Zeit auf beiden Augen. Es kann sich nach längerem Betrachten eines Bildschirms oder in Zeiten hoher Belastung verschlechtern.

Visuelle Symptome

Zusammen mit dem anhaltenden Schnee können auch andere behindernde visuelle Symptome auftreten, wie z.B:

  • Schwimmer
  • Lichtblitze
  • Beeinträchtigte Nachtsicht
  • Farbverwirbelungen
  • Persistenz eines visuellen Bildes, obwohl es aus dem Gesichtsfeld entfernt wird
  • Lichtempfindlichkeit (Photophobie)

Nicht-visuelle Symptome

Es kann auch andere Symptome geben, die nicht visuell sind, darunter

  • Migräne
  • Tinnitus (Klingeln in den Ohren)
  • Schwindel (Schwindelgefühl)
  • Müdigkeit
  • Erschütterungen
  • Angst
  • Depression

Migräne als Symptom ist besonders erwähnenswert. Eine 2014 durchgeführte Studie mit 120 Patienten mit visuellem Schnee ergab, dass 70 von ihnen ebenfalls Migräne hatten, wobei 37 von ihnen typische Migräneauren aufwiesen.

Die Migräne verschlimmerte einige Symptome des visuellen Schneesyndroms, insbesondere das Sehen eines Bildes, wenn es nicht mehr da ist, Lichtempfindlichkeit, Beeinträchtigung des Nachtsehens, spontane Lichtblitze und Tinnitus. Die Migräneaura wurde auch mit spontanen Lichtblitzen im Gesichtsfeld in Verbindung gebracht.

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Es ist jedoch wichtig, daran zu denken, dass viele Menschen mit dem visuellen Schneesyndrom zwar Migräne mit oder ohne Aura haben, das Syndrom selbst aber keine Migräne ist.

Ursachen

Wissenschaftler wissen nicht sicher, was das visuelle Schneesyndrom verursacht, aber es scheint eine komplexe neurologische Erkrankung zu sein. Studien haben gezeigt, dass Menschen mit diesem Syndrom eine Hirnanomalie in ihrem Zungengyrus haben – eine Struktur im hinteren Teil des Gehirns im Hinterhauptslappen.

Da die Sehbahnen im Okzipitallappen zusammenlaufen, vermuten Experten, dass eine Anomalie in der Sehverarbeitung der Mechanismus hinter dem visuellen Schneesyndrom ist. Genauer gesagt, können die Nervenzellen im Gehirn von Menschen mit visuellem Schneesyndrom übermäßig auf visuelle Reize reagieren. Diese hochempfindlichen Nervenzellen senden dann fehlgeleitete Signale an das Gehirn, das sie als reale Bilder interpretiert.

Diagnose

Ihr Arzt wird eine Anamnese erheben, eine körperliche Untersuchung durchführen, eine Augenuntersuchung durchführen oder Sie zu einer Augenuntersuchung überweisen und eine neurologische Untersuchung durchführen, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Sobald sie ausgeschlossen sind, wird die Diagnose des visuellen Schneesyndroms gestellt, wenn Sie neben zwei oder mehr der folgenden Symptome länger als drei Monate ständig visuellen „Schnee“ oder „statischen“ Schnee sehen:

  • Lichtempfindlichkeit (Photophobie)
  • Beeinträchtigte Nachtsicht (Nyktopie)
  • Ein Bild eines Objekts sehen, obwohl es nicht mehr da ist (Palinopsie)
  • Andere visuelle Veränderungen, wie das Sehen von schwebenden Objekten

Eine Geschichte von Fehldiagnosen

In der Vergangenheit wurden Menschen mit visuellem Schneesyndrom häufig mit Migräne, einer psychogenen Störung (Schmerzen, die eine psychologische Wurzel haben) oder einem posthalluzinogenen Flashback fehldiagnostiziert.

Die überwiegende Mehrheit der Menschen mit visuellem Schneesyndrom hat jedoch keine Vorgeschichte von Drogenmissbrauch, und ihre visuellen Symptome werden mit herkömmlichen Migränetherapien nicht besser. Darüber hinaus haben die meisten Menschen mit visuellem Schneesyndrom normale Testergebnisse.

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Obwohl Fortschritte im Verständnis des visuellen Schneesyndroms dazu geführt haben, dass es genauer identifiziert werden kann, sollten Sie eine zweite Meinung einholen, wenn Sie glauben, dass Sie die Krankheit haben könnten, aber mit etwas anderem diagnostiziert wurden.

Behandlung

Die Ärzte wissen noch nicht, wie sie diese einzigartige Krankheit behandeln sollen. In einem Fallbericht aus dem Jahr 2015 über einen Patienten mit diesem Syndrom wurde festgestellt, dass Lamictal (Lamotrigin), ein Antiepileptikum, die Symptome wirksam beseitigt. Lamictal trug auch dazu bei, die Anzahl der Migräneanfälle, die sie pro Monat hatte, zu verringern.

Ein weiterer Fallbericht aus dem Jahr 2018 beschreibt das visuelle Schneesyndrom bei einem 47-jährigen Mann nach einem Autounfall. Er wurde erfolgreich mit einer niedrigen Dosis eines trizyklischen Antidepressivums namens Amitriptylin behandelt, aber auch hier handelte es sich um eine Studie an nur einem Patienten.

Es müssen Studien durchgeführt werden, die sich mit einer größeren Anzahl von Patienten befassen, um herauszufinden, welche Behandlungen am besten wirken.

Wenn Sie glauben, dass Sie an einem visuellen Schneesyndrom leiden könnten, sollten Sie sich unbedingt von Ihrem Arzt untersuchen lassen. Wissenschaftler wissen heute, dass dieses Syndrom keine Migräne-Variante ist – es hängt mit einem bestimmten Teil des Gehirns zusammen. Dies wird hoffentlich die Forschung anspornen, wie man diese sehr reale, aber seltene Krankheit am besten behandeln kann.

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